Ein prominenter Psychologe hat vor einigen Jahren ein Buch mit dem Titel „Keine Angst vor Gruppen“ veröffentlicht, dieses richtete sich an Kollegen, d.h. auch in Fachkreisen hat die Gruppentherapie noch lange nicht den Stellenwert, der ihr m.E. gebührt. Und für Laien gibt es erst recht einige „Schwellenängste“.

Ich werde gelegentlich gefragt: „Da kommen also 6, 8 oder 10 Patienten mit Depressionen, Ängsten usw. zusammen – wie sollen die denn da gesund werden? Ziehen die sich nicht eher noch mehr runter …?“ Nein, das Gegenteil ist der Fall. Es scheint zwar paradox, aber bestätigt sich in der Erfahrung immer wieder: In der Begegnung mit „Leidensgenossen“ im weitesten Sinne, im Mitfühlen, Mitgehen, Verstehen und Rückmelden, manchmal auch in der Auseinandersetzung und gewaltfreien Konfrontation entsteht sehr oft auch Leichtigkeit und neue Zuversicht. Und was ich vielleicht noch nicht bearbeiten kann, bearbeitet heute ein anderer Teilnehmer – und ich bekomme eine Idee, wo es bei mir hakt. Wenn wir Vertrauen aufbauen, wird uns vieles (fast) geschenkt. Natürlich bedarf es dazu einiger Regeln, die wichtigste ist die Schweigepflicht.

Die Basis der therapeutischen Gruppe ist die Gesprächstherapie auf Augenhöhe. Hinzu kommen je nach Verlauf und Bedarf Elemente aus der prozessorientierten und systemischen Arbeit sowie dem Achtsamkeitstraining und aus Kreativtherapien. Wichtig: Sie müssen hier nichts „können“ und nichts „leisten“, aber Sie sollten etwas erreichen wollen.

In der Regel findet die Gruppe zweiwöchentlich werktags am Abend (18.30 bis ca. 21.00 Uhr) statt. Die Gruppe hat idealerweise 6 bis 8 Teilnehmer, häufig werden aber durch Urlaub und Krankheit weniger dabei sein.

Kosten für die Gruppentherapie: Pro Abend fallen 35 Euro Teilnahmegebühr an. Eine Mindestteilnahme von 10 Treffen wird vorausgesetzt, das entspricht beim Zweiwochenrhythmus und unter der Berücksichtigung von Urlaubs- und Krankheitszeiten etwa einem halben Jahr. Wer sich für ein Jahr (20 Treffen) festlegt, erhält 10% Rabatt. Das verpflichtende Vorgespräch (Einzelanamnese) für die Teilnahme an der Gruppentherapie ist kostenlos.

Lese-Tipp: „Die Schopenhauer-Kur“. Ein höchst unterhaltsamer Roman über ein Jahr Gruppentherapie – vom großen Lehrmeister der Gruppentherapie Irvin D. Yalom. (In Englisch auch als Hörbuch.)