Ein prominenter Psychologe hat vor einigen Jahren ein Buch mit dem Titel „Keine Angst vor Gruppen“ veröffentlicht, dieses richtete sich an Kollegen, d.h. auch in Fachkreisen haben Gruppenarbeit und Gruppentherapie noch lange nicht den Stellenwert, der ihnen gebührt. Und für Laien gibt es erst recht einige „Schwellenängste“.

Die gemeinsame „Arbeit“ in der Gruppe ist kein zusätzlicher Stress bei Herausforderungen im Leben. Ganz im Gegenteil. Es scheint paradox, aber bestätigt sich in der Erfahrung immer wieder: In der Begegnung mit „Leidensgenossen“ im weitesten Sinne, im Mitfühlen, Mitgehen, Verstehen und Rückmelden, manchmal auch in der Auseinandersetzung entsteht sehr oft Leichtigkeit. Was ich vielleicht noch nicht bearbeiten kann, bearbeitet heute ein anderer Teilnehmer – und ich bekomme eine Idee, wo es bei mir hakt und wie es sich lösen lässt. Wenn wir Vertrauen zueinander aufbauen, wird uns vieles (fast) geschenkt.

Nach meiner Erfahrung ist nirgendwo so gut erfahrbar wie in einer Therapiegruppe, dass etwa Angst nicht nur ein Gegenstück im Mut hat, sondern ein vielleicht noch Wichtigeres in der Zuversicht, die bei der „Arbeit“ entsteht, dass ähnlich Trauer nicht zwanghaft durch Freude ersetzt werden muss, wenn Frieden oder Einklang derzeit einfacher und stimmiger sind, und dann auch, dass Scham zum Leben gehört und nicht durch Stolz, sondern durch Mitgefühl mit uns selbst und mit anderen einen angemessenen Platz findet.

Für diese Prozesse und Geschenke bedarf es einiger Regeln, die wichtigste ist die Schweigepflicht. Die Basis der therapeutischen Gruppe sind die Begegnung und das Gespräch auf Augenhöhe (auch wenn der Therapeut in einer anderen Rolle präsent ist). Zum Gespräch kommen je nach Verlauf und Bedarf Elemente aus der prozessorientierten und systemischen Arbeit sowie dem Achtsamkeitstraining und aus Kreativtherapien. Wichtig: Sie müssen hier nichts „können“ und nichts „leisten“. Nicht muss, vieles kann. Sie entscheiden, was für Sie stimmt und wie weit Sie mitgehen.

Meine offene Nachsorgegruppen bieten sich an, wenn Sie z.B. die Ergebnisse eines Klinikaufenthalts festigen wollen und noch keinen ambulanten Therapieplatz haben – oder einfach regelmäßig Ihre Ressourcen stärken und Ihre Zielstrebigkeit erneuern möchten.

In der Regel finden die Gruppen zweiwöchentlich werktags am Abend (18.45 bis ca. 21.00 Uhr, mit kurzer Pause) statt. Die Gruppe hat 6 bis 8 Teilnehmer, häufig werden durch Urlaub und Krankheit nicht alle dabei sein.

Kosten für die Gruppentherapie: Pro Abend fallen 30 Euro Teilnahmegebühr an. Eine Mindestteilnahme von 6 Treffen wird vorausgesetzt. Wer sich für 10 Treffen festlegt, erhält 10% Rabatt. Das verpflichtende Vorgespräch (Einzelanamnese) für die Teilnahme an der Gruppentherapie kostet pauschal 45 Euro (ca. 50 Min).

Lese-Tipp: „Die Schopenhauer-Kur“. Ein höchst unterhaltsamer Roman über ein Jahr Gruppentherapie – vom großen Lehrmeister der Gruppentherapie Irvin D. Yalom. (In Englisch auch als Hörbuch.)