I wie Covid-Impfungen

Was erwartet Sie in diesem Text: eine hilfreiche Information für die persönliche Impfentscheidung oder eher eine allgemeine gesundheitspolitische Einschätzung zu den Covid-Impfungen? Irgendwie hängt das eine mit dem andern zusammen, zumindest für jene, die erwägen, sich aus „Solidarität“ gegen Covid impfen lassen. Die Covid-19-Impfungen verhindern jedoch nicht grundsätzlich die Ansteckungsfähigkeit der Geimpften, sie beugen auch nicht prinzipiell einer Corona-Erkrankung vor. Was sie laut Zulassungsstudien leisten sollen: schwere Krankheitsverläufe verhindern oder mildern. Also muss man fragen, für wen sie konkret hilfreich sein könnten.

Ohne Altersbezug keine sinnvolle Impfentscheidung

Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit, an Covid mit Symptomen zu erkranken, für Menschen bis 40, 50 oder auch 60 eher gering, schwere Verläufe treten selten auf, Todesfälle (zumindest unter 40 Jahre) fast gar nicht. Das Paul-Ehrlich-Institut hat dies indirekt bestätigt, als es begründete, warum die Verimpfung des AstraZeneca-Impfstoffs an diese Altersgruppen gestoppt wurde: „„Der von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel (ausgelöst durch die Impfung, C.W.) betroffene Personenkreis in jüngerem bis mittlerem Alter ist nicht der Personenkreis, der von einem hohen Risiko für einen schweren oder gar tödlichen COVID-19-Verlauf betroffen ist.“

Anders stellt sich die Situation für sehr alte und sehr kranke Menschen dar: Von einer Million über 80-Jährigen, die an Corona erkranken, heißt es, könnten bis zu 1000 daran versterben. Allerdings, es muss erstmal eine Million erkranken, außerdem verzeichnen wir seit Jahresanfang auch in den Gruppen über 60 Jahre eine Untersterblichkeit. Es gibt noch andere Gründe, warum auch selbständig lebende Hochbetagte es sich mit der Impfung überlegen könnten: Gerade der Anteil der Betagten oder gar Hochbetagten war in den Zulassungsstudien für die Impfstoffe gering oder sehr gering – ein Grund, warum der Impfstoff von AstraZeneca zunächst für Ü65 gar nicht zugelassen war.

Die häufigen Nebenwirkungen, die von Fachleuten schnell als „harmlose“ Impfreaktion eingestuft werden (z.B. Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Müdigkeit), und die in der Tat meistens nicht als Impfschaden zu werten sind, können jedoch bei alten und kranken Menschen ausreichen, diese vorzeitig ins Jenseits zu befördern. Man tut also nicht jedem Risikopatienten Gutes mit einer Impfung: Bis Ende Februar wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 330 Todesfälle nach Covid-Impfungen gemeldet, das Durchschnittsalter der Verstorbenen war 86 Jahre!

Nach gegenwärtigem Stand hält die durch Impfung erzeugte oder verstärkte Immunität möglicherweise nur einige Monate, und sie betrifft nicht alle ständig entstehenden Virusmutationen, insofern wird eine mehr oder weniger regelmäßige Nachimpfung nötig. Dies erhöht aber die Risiken für Impf-Nebenwirkungen, tendenziell natürlich für „Jüngere“, die noch lange mit solchen Viren leben müssen. Wir wissen nicht, welche Reaktionen bei der mehrfach wiederholten Impfung möglich sind. Wir wissen allerdings, dass Virus-Vektor-Impfstoffe wie die von AstraZeneca und Johnson & Johnson von vorneherein für „Auffrischungen“ ungeeignet sind. (Apropos Johnson & Johnson: Das Nebenwirkungsrisiko eines Impfstoffs hängt nicht davon ab, welche Pharmafirma ihn vermarktet, sondern von seiner Bauart. Alle, die jetzt bei AstraZeneca Bedenken haben oder gar warnen, sollten genausokritisch auf Johnson & Johnson schauen. Da dieser baugleiche Impfstoff bisher vor allem in den USA verimpft wurde, muss man sich nur die Daten von dort ansehen …)

Wer noch kein Senior und einigermaßen gesund ist, für den besteht angesichts der Seltenheit der Corona-Erkrankung bzw. der schweren Verläufe aus Gründen des individuellen Schutzes kein Anlass, sich impfen zu lassen. Zunächst einmal verstehe ich es gut, wenn man sich für sein persönliches Sicherheitsgefühl impfen lassen möchte. Es ist aber eine trügerische Sicherheit: Eine Impfung ist keine Maßnahme, allgemein die Leistung des Immunsystems zu verbessern (das Gegenteil ist genauso plausibel), dazu eignen sich andere natürliche Maßnahmen besser: Ernährung, Bewegung, Entspannung, Stressreduktion – zum Beispiel auch durch soziale Kontakte. Es soll nicht so klingen, als wären nur Gesundheitsapostel mit guter Immunlage ausgestattet. Wir sehen ja, dass die ganz große Mehrheit der Nicht-Senioren, egal bei welchem Lebenswandel im einzelnen, mit Corona gut zurechtkommt: es gibt nur wenige Todesfälle – und beim sog. Long-Covid-Syndrom handelt es sich meist um nichts anderes als eine lange Rekonvaleszenz. Auch das Durchlaufen von Infekten ist ein Bestandteil eines naturgemäßen Immuntrainings. Virologen und Epidemiologen sehen negative Lockdown-Folgen auch darin, dass unser Immuntraining stark reduziert wird – und demnächst diverse bekannte Keime wesentlich mehr Erkrankungen auslösen müssen.

Zu Impfrisiken fragen Sie besser nicht die Hersteller

Die Entwicklung und Zulassung wirksamer und sicherer Impfstoffe benötigte „vor Corona“ fünf bis zehn Jahre. Da es sich hier um völlig neuartige Impfungen handelt, können wir annehmen, dass eine verantwortungsvolle Prüfung eher länger als fünf Jahre gedauert hätte: Genetisches Material, der „Bauplan“ des Virus, wird in den Körper eingebracht (entweder in einem „Transportvirus“ oder in einer Fetthülle), dieser soll dann selbst erst das Virus produzieren, um damit auch die Produktion der Antikörper auszulösen. Jetzt scheint es so, als hätten gleich alle neuartigen Corona-Impfstoffe binnen Jahresfrist oder wenig mehr entwickelt werden und Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nachgewiesen werden können. Hier wird uns jedoch Wissen vorgegaukelt, was erst gerade noch im großen Feldversuch an Millionen Menschen gesammelt wird.

Dass die beschleunigte Entwicklung und Zulassung gewisse Risiken mit sich bringt, hat sich längst herumgesprochen: Die Überbewertung der Wirksamkeit (u.a. weil der Beobachtungszeitraum viel zu kurz und die Zahl der Studienteilnehmer zu gering war) ist die eine Seite. Noch problematischer ist allerdings ist die Unterschätzung der schwerwiegenden Nebenwirkungen, was allerdings in der Pharmaforschung für diese Phase auch typisch ist. In der AstraZeneca-Zulassungsstudie gab es zwei schwere neurologische Erkrankungen – sie wurden nach kurzer Studienpause als „Zufall“ erklärt. Heute wissen wir, es handelte sich nicht um Zufälle.

In der Impfforschung gelten andere Regeln als sonst in der naturwissenschaftlichen Medizin: Das fängt damit an, dass die Kriterien für einen Studienerfolg nicht unbedingt mit einem Erfolg in der Realität übereinstimmen müssen. Und das Studiendesign hat es auch in sich: Häufig gibt es keine echte Plazebogruppe. Das scheint auch bei den Covid-Impfungen relevant zu sein. Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde tatsächlich gegen echtes Plazebo (Kochsalzlösung) getestet! Dagegen wurde in der Zulassungsstudie von AstraZeneca die Kontrollgruppe mit Meningokokkenimpfstoff geimpft. Da dieser Impfstoff eine Fülle an Nebenwirkungen auslöst, hätte der Corona-Impfstoff eigentlich mit großen Vorteilen bezüglich Nebenwirkungen von vorneherein gut darstehen müssen – und doch waren hier die Nebenwirkungen signifikant häufiger! Es gab also sehr früh Hinweise auf die Problematik des Impfstoffs, und es ist daher völlig rätselhaft, wie Politiker bis hoch zum Bundespräsidenten und viele „Gesundheitsexperten“ wiederholt zu marktschreierischen Aussagen gegriffen haben, der Impfstoff sei unbedenklich und gut verträglich.

Norwegen hat es mehrfach in die Schlagzeilen geschafft, weil man dort die Risiken der Covid-Impfstoffe frühzeitig sehr ernst nahm. Nachdem die Verimpfung des AstraZeneca-Impfstoffs in Deutschland endlich für unter 60-Jährige gestoppt wurde, überschlugen sich Politiker und Medizinprofessoren, die zuvor „keine Probleme“ bei dem Impfstoff sahen, mit Jubelarien, wie gut das hiesige Melde- und Sicherheitssystem doch funktioniere. Nun, es funktioniert besser als in England (wo es natürlich auch diese Nebenwirkungen und auch Todesfälle infolge der Impfungen gegeben haben muss), aber alles andere als optimal: Norwegen hat nach dem vorläufigen Impfstopp für AstraZeneca gar nicht wieder angefangen. Deutschland dagegen hat erst als sechstes Land in Europa einen vorläufigen Impfstopp verfügt, dann nach fünf Tagen Pause wieder grünes Licht gegeben. Danach mussten erst einzelne Kliniken und Landkreise und schließlich einzelne Bundesländer die Impfung wegen weiterer schwerer Impfschadensfälle stoppen, bevor die zuständigen Bundesbehörden und die Ständige Impfkommission endlich die Reißleine zogen! In der Zwischenzeit wurden also unnötig Menschen geschädigt und einzelne gesunde junge Menschen zu Tode gebracht, so viel zur Ehre unseres Systems.

Der Fokus auf die offensichtlichen Sicherheitsmängel des AstraZeneca-Impfstoffs kann allerdings verdecken, dass auch die anderen neuartigen Impfstoffe Risiken bergen. In den USA wurde bis Ende März 2021 überwiegend der Impfstoff von BioNTech/Pfizer verimpft (ca. 63%), zu etwa einem Drittel jener von Moderna (36%) und zu einem geringen Anteil jener von Johnson & Johnson, der mit dem von AstraZeneca vergleichbar ist. Laut der zuständigen Behörde CDC gab es bei 136 Millionen verabreichten Impfdosen mehr als 7700 schwere Nebenwirkungen und 2200 Tote im Zusammenhang mit der Impfung. Bis Ende März verzeichnete auch die Europäische Arzneimittelagentur mehr als 100.000 Verdachtsfälle auf schwerwiegende Nebenwirkungen und 3.350 Todesfälle – reichlich unerwünschte Reaktionen bei allen drei Impfstoffen (BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca). Das Nebenwirkungsrisiko für Frauen ist dabei offenbar deutlich höher.

Zugegebenermaßen sagen diese Zahlen nicht so viel aus, wie es scheint, zum einen da man sie gewichten müsste in Bezug auf die Zahl der Impfungen bzw. Impfdosen, zum andern weil man die Altersgruppen und den Gesundheitszustand der Betroffenen vor der Impfung berücksichtigen müsste – und dem jeweils gegenüberstellen, wie groß das Risiko in dieser Gruppe ist, an Corona schwer zu erkranken oder zu versterben. Was man jedoch schon früh erkennen konnte, dass die Rate der schweren Nebenwirkungen bei AstraZeneca massiv die der anderen Impfstoffe übertrifft, und das Zahlenverhältnis von 65:10.000 straft die Politiker und Experten Lügen, die, selbst als die Spatzen anderes von den Dächern pfiffen, immer weiter behauptetet haben, solche Nebenwirkungen seien „sehr selten“ oder „extrem selten“, medizinisch korrekt wäre „selten“ gewesen.

Geht es um Solidarität oder um Mündigkeit?

Prof. Harald Walach (siehe unten: Links) hat verschiedene große internationale Covid-Impfstudien ausgewertet. Da eine Corona-Erkrankung ziemlich selten ist und schwere Verläufe noch seltener, ist die Effektivität der Massenimpfungen, epidemiologisch gesehen, eher gering. Je nach verwendetem Impfstoff müssen 100, 250 oder sogar 400 Menschen geimpft werden, um einen Coronafall zu verhindern. Es kommt aber noch dicker: „Wir müssten also irgendetwas zwischen 25.000 und 10 Millionen Menschen gegen Covid19 impfen, um einen Todesfall zu verhindern.“ Die fromme Devise „Jedes Leben zählt!“ von Herrn Söder & Co. wirkt auf einmal absurd, und die Umsetzung hat einen hohen Preis: Die Rettung eines Menschenlebens kostet bei einer optimistischen Sichtweise auf die Studiendaten 240-1.200 ernsthafte Nebenwirkungen (bei überwiegend gesunden Impflingen), bei einem pessimistischen Szenario sind es mehrere 10.000 Geschädigte.

„Ich lasse mich nicht bevormunden!“ Mit diesen Worten soll der ehemalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (71) es abgelehnt haben, dem Vorschlag seines amtierenden Nachfolgers Jens Spahn nachzukommen, der den älteren Kabinettskollegen eine Impfung mit AstraZeneca aufdrücken wollte. Es hat nicht jeder das Standing und das dicke Fell von Seehofer, aber wir müssen lernen, sozialem Druck zu widerstehen. Freiheit klingt oft so rundum positiv, beim Impfen aber hat sie für manche zunächst etwas Bedrohliches, weil mir niemand meine Verantwortung abnehmen kann – und weil ich mich „nebenbei“ möglicherweise mit meiner Entscheidung sozial zumindest vorübergehend isoliere. Vorübergehend? Mein Rat an alle Impfzögerlichen ist stets: „Sie machen alles richtig: abwarten und Tee trinken!“

Corona ist ein gutes Training für eigene mündige Gesundheitsentscheidungen. Die Zukunft der Medizin wird sehr viel von vermeintlicher „Prävention“ geprägt sein. Mündig werden oder bleiben wird daher zu einer der ganz großen Herausforderungen! Jede(r) darf und soll selbst über seine Gesundheit bestimmen. Es ist gut, wenn Impfwilligen die Impfoptionen zur Verfügung gestellt werden. Doch zum Selbstbestimmungsrecht kann genauso gut gehören, sich über das hinwegsetzen zu dürfen, was eventuell die Bundeskanzlerin wünscht, der Arzt empfiehlt oder der Nachbar für prima hält, d.h. dazu gehört ein Bewusstsein für die Rechte der Einzelnen, nicht mitmachen zu müssen, zumal wenn das Gesamtszenario (etwa einer Herdenimmunität durch Impfung) völlig an den Haaren herbeigezogen ist.

Weiterführende Links

  • Niemand kann besser als Prof. Harald Walach auf wissenschaftliche fundierte Weise die Verhältnisse zurechtrücken: die angebliche Gefährlichkeit von Corona beleuchten und ins Verhältnis setzen zur vermeintlichen Problemlösung Covid-Impfung bzw. Impfkampagne.
  • Wichtige Neuigkeiten zu Corona-Impfungen, aber auch zu vielen anderen Impfthemen, finden Sie auf der von Dr. med. Steffen Rabe betriebenen Website www.impf-info.de. Im Lauf der Zeit ist dort ein großer Wissensfundus abgelegt worden, z.B. zum Thema Herdenimmunität.
  • Ein Experte vor allem für die sog. Kinderschutzimpfungen (und Alternativen zum offiziellen „Impfkalender“) ist der Münchner Kinderarzt Dr. med. Martin Hirte, von dem das rundum empfehlenswerte Handbuch „Impfen: Pro & Contra“ stammt. Dr. Hirte ist auch in Sachen Corona „am Ball“.
  • Eher juristische und politische Informationen finden Sie auf der Website der Ärzte für individuelle Impfentscheidung, z.B. rund um das Thema Masernimpfpflicht, die in Deutschland ja so etwas wie einen negativen Präzedenzfall in Sachen Freiheitseinschränkung darstellt.
  • Falls Sie meinen Beitrag interessant fanden: Es gibt einen weiteren Blog-Eintrag von mir zum Thema Impfskepsis im Allgemeinen, darin wird auch der unselige Kampfbegriff „Impfgegner“ erläutert.