Meine persönliche Rückschau auf die Coronazeit
Die Älteren unter uns kennen noch die Scham des Beschämtwerdens in expliziten Sätzen: „Du solltest Dich schämen!“ Vielleicht bis dahin, in die Ecke des Raumes gestellt zu werden. Während der Coronazeit gab es das ständig. Politiker, Wissenschaftler, Journalisten und Philosophen (da sollte ich nun unbedingt ein Gendersternchen machen, u.a. wg. der Vorsitzenden des sog. Ethikrates) haben uns Gegnern von Impfzwang und Impfpflicht in diversen Formulierungen und Lautstärken immer wieder um die Ohren gehauen: „Schäm Dich!“
Es funktioniert. Auch wenn ich genug wissenschaftlich begründete Argumente hatte, dass diese Impfung andere gar nicht vor Infektion schützt, hat es funktioniert, ich habe mich krass unwohl gefühlt: geschämt. Besonders krass auch, wenn es aus dem Freundeskreis kam: „Ist Dir eigentlich klar, dass wegen Deiner Haltung unschuldige Menschen sterben?“
In Corona habe ich erlebt, dass ich mich schäme, „nur Heilpraktiker“ zu sein. Nebenbei bemerkt: ein bisschen auch, weil die HP-Verbände einem dazu allen Anlass gaben in ihrem Wegducken und Verleugnen. Jetzt wusste auf einmal jeder medizinische Total-Laie besser Bescheid als ich. Bis hin zu Menschen, die mich in der Vergangenheit als HP konsultiert hatten, aber nun meine skeptische Meinung zur Corona-Impfung für verantwortungslos hielten, z.B. mit den Worten: „Naja, dem Lauterbach glaube ich da schon etwas mehr als Dir …“
Kommen wir zur massivsten und bedeutendsten Form von Scham: der existentiellen Scham oder Ur-Scham. Nicht gut genug sein für diese Welt. Nicht okay sein. Nicht willkommen sein. Sich grundverkehrt fühlen. In den Boden versinken wollen. Niemand mehr in die Augen schauen müssen. Sich schuldig zu fühlen für etwas, an dem man keine Schuld hat.
Ich habe während der Coronazeit alle Arten von Scham durchlebt. Und die Wut, die die Scham abzuwehren versucht. Ich bin manchmal jetzt noch so sch…wütend! Glücklicherweise ist das Coronaregime irgendwann in sich zusammengebrochen (nicht durch Einsicht), so dass ich meinen Job und meine Art zu leben behalten konnte. Und glücklicherweise haben mir meine Eltern von früh auf das Gefühl gegeben, dass ich ein Kind Gottes bin, willkommen und behütet. D.h. ich hatte und habe viel bessere Voraussetzungen als einige andere durch das Regime Gefährdete und Geschädigte.
Ich kann jeden Menschen als Gotteskind sehen, ich habe Menschen schon immer geliebt, und der Therapeutenberuf hat es mit sich gebracht, dass ich gerade auch Menschen lieben gelernt habe, die ich schwierig finde. Eine therapeutische Beziehung oder eine allgemein-menschliche Beziehung ist allerdings, im wahrsten Sinne des Wortes „bei aller Liebe“, keine Freundschaft. Ich kann mit niemand befreundet sein, der mich in Sachen Corona nicht versteht! (Was natürlich nicht bedeutet, dass ich mit jemand, der mich da gut versteht, automatisch befreundet bin …)
So gibt es für mich viele Gründe, warum ich diese Rubrik meiner Website auch nach Jahren noch nicht gelöscht habe, obwohl sie immer wieder Menschen, die meinen mich zu mögen und zu kennen, mehr oder weniger erschreckt und abschreckt. Und ja, ich bin auch an Versöhnung interessiert – wünsche mir, dass „wir“ uns die Hand reichen, auch über Gräben und trotz aller Wunden, erst recht – aber nicht an Zukleistern.
Ab hier folgt der Text in der zuletzt im September 2024 aktualisierten Fassung.
Zwei Erlebnisse aus diesem Sommer ’24: Ich hatte unlängst intensiveren Kontakt mit einem Patienten, der durch das Corona-Regime und die selbsternannten Bodentruppen dieser Herrschaft schwer geschädigt war, primär existentiell (durch Verlust von Aufträgen), und sekundär eben psychisch. Da habe ich gemerkt, wie schnell ich mich noch über das nicht vergehen wollende Vergangene aufregen kann, z.B. über die Psychopathologisierung von Gegnern des Regimes (sie hätten, wahlweise, eine Angst- oder eine narzisstische Persönlichkeitsstörung).
Etwa zur gleichen Zeit las ich einen langen Artikel einer Philosophieprofessorin, die die Fehler der Coronazeit beklagte, die unverhältnismäßige Einschränkung bürgerlicher Freiheiten und demokratischer Rechte. Ja, und sie sei auch damals schon gegen die Impfpflicht gewesen. Aha. Nur, was hat sie denn damals dagegen unternommen? Etwa auch dagegen, dass sich die Vorsitzende des sogenannten Deutschen Ethikrats, dem diese Autorin auch damals angehörte, massiv an Hetzkampagnen gegen Impfskeptiker beteiligte?!
Eine moderne Demokratie kennzeichnet sich nach westlichem Verständnis in der Ära nach 1945 wesentlich durch ihren Umgang mit Minderheiten und mit der Bewahrung von bürgerlichen Grundrechten – denn das Volk abstimmen lassen und das Mehrheitsvotum umzusetzen, das können auch autoritäre Regimes (die das Mehrheitsvotum ohnehin nur zum Absegnen nutzen). Demokratie ist eben nicht die Herrschaft der Mehrheit ÜBER die Minderheit. Damit zusammenhängend und nicht von ungefähr gibt es z.B. bei wichtigen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts eine Veröffentlichung der abweichenden Minderheit als Minderheitenvotum. Und solches war durchaus auch schon Praxis bei Empfehlungen des Deutschen Ethikrates. Nicht so in Coronazeiten. Hier haben die Damen und Herren Ethiker die totale Gleichschaltung gefügig mitgemacht und den öffentlichen und politischen Missbrauch ihres Gremiums und seiner Empfehlungen hingenommen (oder sich sogar daran beteiligt). Berufsethiker … !
Keine Vokabel ist bei Philosophie und Ethik, wo es um das Wahre und Gute (und Schöne) gehen soll, drastisch genug: Hier sind Verbrechen begangen worden, die anderen Vorgängen mit diesem Titel in nichts nachstehen, im Gegenteil. Was ist ein Trump, dem die Lüge ins Gesicht geschrieben steht, gegen eine intellektuell und sprachlich elaboriert daher kommende Philosophie-Professorin: ein Stümper! Von allen wird jetzt Aufarbeitung gefordert, mir fehlt gerade in diesem Bereich die nötige Bereitschaft und Offenheit.
Vor einem Jahr, Mitte September ’23, hatte Hans-Jürgen Papier (80), ehemals Präsident des Bundesverfassungsgerichts, auf einer Tagung scharfe Kritik am Corona-Management der Bundesregierungen unter Merkel und Scholz geäußert und explizit der Aussage von Kanzler Scholz, bei Corona gebe es keine roten Linien (nämlich für das Eingriffsrecht des Staates), vehement widersprochen. Soweit sogut, könnte man sagen: wieder mal nur ein alter Mann, der nichts mehr zu verlieren hat und daher Tacheles spricht. Ich habe mich dennoch gefreut und war, mal wieder, überrascht und traurig, dass auch diese Kritik keinem Main Stream Medium relevant genug erschien, um darüber zu berichten. Vor 25 Jahren war ich Politikredakteur und meine heute: Damals hätten wir so etwas im Wortlaut dokumentiert.
Apropos Politikredakteur: Mein erwachsenes Leben lang habe ich mich als Öko-Sozialist oder so etwas verstanden, was auch immer die Partei der Wahl gerade für mich war (meist Linke, Grüne, SPD). Jetzt wurde mir umstandslos von ehemaligen „Weggefährten“ klar gemacht, dass ich nicht ernst zu nehmen bin und man mich im Zweifelsfalle nicht nur für einen Außenseiter, sondern für gefährlich halte. Ich habe schon manche Heimat verloren oder verlassen, relativ früh die geographische sowie die ideelle der katholischen Kirche. Diesmal jedoch habe ich mich rausgeworfen gefühlt: „Wählst Du jetzt AFD?“ „Hast Du gesehen, wer den Reichstag gestürmt hat?“ usw. Ich wäre an dieser Stelle gerne zynisch oder ironisch, aber zum einen wird dies oft missverstanden, zum andern hilft es in der Sache wahrscheinlich mehr, zu sagen wie es ist: Es tut weh! Nur noch am Rande, die kurze Hoffnung, dass vielleicht die sog. Liberalen mir Erleichterung verschaffen würden (weil immerhin einige Medien ein bisschen liberaler schrieben), hat sich nach der Bundestagswahl 2021 ebenfalls schnell in Luft aufgelöst. Verlässlich und nachhaltig liberal ist die FDP eben nur da, wenn es darum geht, die reichsten 1% der Gesellschaft und ihre Privilegien zu schützen.
Ich hätte beinahe meinen geliebten Klinikjob verloren, auch als selbständiger Heilpraktiker hätte ich nicht mehr arbeiten dürfen, weil Politiker, Ethikprofessoren, Mediziner und Journalisten (nicht einzelne, sondern die Masse derselben) mehr oder weniger dreist die Meinung verbreitet haben, die einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht wäre ein effektives und daher angemessenes Mittel, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. De facto gehörte sie, wie etwa auch die Schließung der Kindergärten, zum Repertoire an unsinnigen oder sogar kontraproduktiven Maßnahmen, über die heute niemand mehr reden möchte, zumindest niemand von denen, die es mitverbockt hatten. Auch jene nicht, die es zwar besser wussten, aber betreten oder feige geschwiegen haben.
Es ist gefährlich, wenn die Mehrheitsgesellschaft ihr Verhältnis zur Minderheit so definiert, dass diese als verrückt dargestellt (psychopathologisiert) wird und man damit ihre Entmündigung rechtfertigt. Ich bin heute noch traurig, wenn ich mir vergegenwärtige, wie mit uns Menschen umgesprungen wurde, die auf Freiheitsdemos gegen den Kita-Lockdown oder das Impfregime gegangen sind. Ich habe NICHTS mit AFD und Reichsbürgern am Hut, aber falls mich jemand als Querdenker bezeichnen möchte – why not. Und ich werde nicht nur traurig, sondern auch wütend, wenn ich sehe, dass diese Mehrheitsgesellschaft und ihre Anführer*innen auch heute nicht im Traum daran denken, irgendetwas an Selbstkritik zu äußern, stattdessen uns weiter verunglimpfen. Das reimt sich offenbar: die Impfkampagne mit der Verunglimpfkampagne.
Wer es einmal am eigenen Leib erlebt hat, dass sich die gesellschaftliche Stimmung gegen die persönliche Überzeugung, Freiheit und Lebensweise wendet, verbunden mit realen Existenzängsten, aber auch mit der Bitterkeit, in der Mehrheitsmeinung als minderwertiges Subjekt zu gelten, der sieht diese Gesellschaft, vielleicht die Welt mit anderen Augen. Das könnte jetzt so klingen, als ob ich vorher alles geglaubt hätte. Weit gefehlt. Zum einen habe ich mich die meiste Zeit meines Lebens Minderheitenpositionen zugeordnet, der Begriff „normal“ ist mir suspekt, zum andern habe ich lange Zeit als Journalist und einige Jahre auch als Politikjournalist gearbeitet. Es war nicht meine erste Begegnung mit Propagandafunk und Kampagnenjournalismus, aber diesmal hatte das, auch jenseits der persönlichen Betroffenheit, andere Dimensionen von „Gleichschaltung“ und Hetze. Nein, ich glaube nicht, dass da jemand etwas „geschaltet“ hat, aber „Gleichklang“ wäre doch ein etwas zu fröhlicher Begriff. Von mir aus: eine Gesellschaft im Gleichschritt, eine ganze „normale“ Gesellschaft?
Weder aus der SPD- noch aus der Grünen-Bundestagsfraktion hat auch nur ein(e) Abgeordnete(r) gegen diese Fassung des Infektionsschutzgesetzes gestimmt! So antiliberal war Preußen nicht vor 100 Jahren. In der FDP-Fraktion gab es (immerhin? gerade mal?) neun Abweichler. Liberalismus in Deutschland? Nur Neoliberalismus. Warum hat die Bundesrepublik das strengste Corona-Regime in Europa, übrigens auch weltweit herausragend?
Gerade in der Rückschau zeigt sich, in welchem Irrenhaus wir gelebt haben. Und doch gelten nicht die dafür Verantwortlichen als „verrückt“, sondern die Kritiker! Entlassen wir jene nicht aus der Verantwortung, die es zu verantworten haben. Leider gehören dazu auch jene, die es besser wussten oder innerlich Einwände hegten, aber nicht die Courage hatten, die Zweifel öffentlich anzubringen. Viele von uns ungeimpften Angehörigen aller Heilberufe fühlen sich von ihren Verbänden und Institutionen im Stich gelassen, denn diese haben zu (moralischem) Impfzwang und (gesetzlicher) Impfpflicht geschwiegen und teilweise in ihren „Fach“-Newslettern die Wirksamkeit der Impfung anhand der Berliner Impfreligionsgesetze nachgebetet.
Ich leugne nicht die Existenz der Corona-Krankheit und ich befürworte Hygienekonzepte. Es gilt aber auch hier das alte Mediziner-Sprichwort: „Die Therapie darf nicht schlimmer sein als die Krankheit.“ Für „Vorsorge“ sollte dies erst recht gelten. Bekanntlich ist man „übers Ziel hinausgeschossen“, um eine sehr verharmlosende Formel zu verwenden.
Die pan- oder epidemische Bedeutung von Corona wurde völlig verzerrt dargestellt, die Risiken für viele Bevölkerungsgruppen massiv übertrieben. Ab einem gewissen Zeitpunkt geschah dies offenbar vor allem zum Zwecke einer irrsinnigen Impfkampagne, dem größten Medizinexperiment oder sogar Medizinbetrug der Geschichte (von anderen Profiteuren, etwa der Test-Industrie und von Maskenverkäufern abgesehen). Wenn die Impfungen wirksam und nebenwirkungsarm wären, bräuchte es nicht dermaßen Agitation und mehr und mehr dermaßen viel Zwang.
Einen roten Faden, der das Corona-Management der Bundesregierung mit dem der Vorgänger(in) verbindet, kann man so beschreiben: Sie haben keinerlei Interesse an differenzierten Zahlen und noch weniger Interesse daran, dass die Zahlen zu Corona transparent und verständlich sind! Sie haben vor allem ein Interesse – die Impfkampagne durchzuziehen, auch nachträglich noch zu rechtfertigen und beschönigen, aber eben nicht: diese irgendwie wissenschaftlich zu durchleuchten oder angemessen zu begleiten. Alles wurde der Kampagne untergeordnet, und dafür waren jegliche Zahlentricks erlaubt. Wer wann, in welchem Alter und mit welchen Vorerkrankungen an Corona verstarb, die Antworten darauf wurden von Anfang an vernebelt. Wer dann nach Wochen mal wieder selbst in Statistiken geschaut hat, stellte erstaunt fest: „Ups, es sind ja immer noch ganz überwiegend hochbetagte Patienten.“
Aber schlimmer geht immer: Ich meine die Zahlenspiele im Herbst 2021, die vertuschen sollten, wie viele Corona-Patienten voll geimpft waren (oder sind). Peter Tschentscher, von Beruf ursprünglich Laborarzt und Molekularbiologe, also eigentlich vom Fach, hat als Regierender Bürgermeister von Hamburg mit Horrorzahlen über ungeimpfte Coronakranke den Herbst 2021 über Politik gemacht: Es gäbe 30-mal so viele ungeimpfte Coronakranke wie geimpfte in den Krankenhäusern. De facto waren es 3-mal so viele. Der Zahlenbetrug von Markus Söder, dem bayrischen Ministerpräsidenten, funktionierte auf die gleiche Weise: Corona-Patienten, von denen der Impfstatus nicht bekannt war, wurden „einfach“ als ungeimpft gerechnet. Die Qualitätsmedien schwiegen zu solchen Lügen oder machten sie zu einer Randnotiz (wie oft bei erzwungenen Gegendarstellungen). Sie haben ja selbst hyperaktiv mitgewirkt, denken wir an die brutal ausgrenzenden Texte von „Spiegel“-Kolumnisten wie Sascha Lobo oder Nikolaus Blome, die andersdenkenden Menschen den Verstand und die Moral absprachen. Von diesen Leuchttürmen des Schwachsinns werde ich mir nichts mehr erklären lassen.
Man konnte es nicht besser wissen? Unsinn. Sie wollten es nicht wissen. Die phänomenale Schutzwirkung der Corona-Impfungen war, mit einem Wort, erfunden. Meldete der „Spiegel“ Anfang Oktober 2021 noch, sie sei von 95% auf 87% gesunken (und war immer noch ganz begeistert über seine „neutrale“ Berichterstattung), lag sie laut „Süddeutsche Zeitung“ Ende Oktober 2021 für die besonders relevante Gruppe der über 60-Jährigen nur noch bei 73%. Offiziell wurde natürlich auch danach noch in amtlichen Anzeigen mit 85% geworben, dabei stimmte dies gerade für die besonders schützenswerten Gruppen eben bei weitem nicht mehr! Im Grunde konnte man seit Sommer 2021 zusehen, wie die offensichtlich geschönten Studiendaten über Wirksamkeit und Verträglichkeit – Tricksen ist die Grundlage des Pharmawachstums – durch die Realität der breiten Anwendung mehr und mehr dahinschmolzen. Die Werte im November waren gemessen am Anspruch schon erbärmlich, aber immer noch ausreichend für die „Begründung“ einer Impfpflicht!
Bei Omikron hatten die Impfungen schließlich einen „Wirkungsgrad“ zwischen 10 und 30 Prozent, warum sprach man da überhaupt noch von Wirksamkeit? Jede(r) von uns kennt etliche „durchgeimpfte“ und „geboosterte“ Mitmenschen, die trotzdem Corona bekamen, und manche sogar richtig heftig. Kein Witz: Vermutlich stellen die morgendliche kalte Dusche plus regelmäßiges Saunieren einen besseren Schutzeffekt dar; ganz abgesehen davon, was man sonst noch alles unbezweifelbar Gutes fürs Immunsystem tun könnte. Eine Studie hat unlängst gezeigt, dass Couch-Potatoes, also Menschen, die sich nicht bewegen, zu den Hochrisikogruppen gehörten. Die Ganzheitsmedizin lässt grüßen. Aber nein, das wollten die Herrschenden nicht wissen. Eine neuartige Erkrankung, da braucht es eine neuartige Impfung, klingt doch ganz logisch. Selbstverständlich hätte jeder kritische Wissenschaftsjournalist, auch so selbst inszenierte Experten wie ein Sascha Lobo, von Anfang an die Problematik an der angeblichen 95%-Wirkung beleuchten können, aber sie haben sich halt nicht getraut oder meinten, auf der Seite des Guten zu stehen, wo man alles darf – selbstverständlich auch: Andersmeinende zu denunzieren!
Die Ungeimpften waren zu keinem Zeitpunkt schuld daran, wenn Menschen unzureichend geschützt wurden oder sich selbst unzureichend schützten. (Im Gegenteil, diejenigen, die solches behaupteten, haben fahrlässig Menschen in der Illusion gewiegt, sie seien oder würden geschützt!) Es gab und gibt keinerlei „Schutzwall“, den wir durch Impfungen um vulnerable Patient*innen hätten bilden können, egal wie hoch die Impfquote gewesen wäre. Wie viele Mediziner ihr eigenes Wissen verleugnen mussten, ganz zu schweigen von den „Experten“. Was man nicht leugnen konnte, wurde versuchsweise wegerklärt, zunächst als „Impfdurchbrüche“. Es waren aber keine „Impfdurchbrüche“ (die man in der Hülle und Fülle gar nicht hätte zählen können), sondern der vermeintliche Schutzwall war so löchrig wie Schweizer Käse – oder existierte gar nicht.
Vielleicht hatte die Corona-Krise doch etwas Gutes: Wir werden an unsere Mündigkeit erinnert, die wir selbst ergreifen müssen. Das bequeme Denken in gewohnten Mustern funktioniert schon noch, aber nur bedingt. Was eigentlich völlig abwegig sein sollte und dennoch „Leitlinie“ ist, das haben wir in Coronazeiten immer wieder erlebt, z.B. der Umgang mit weggesperrten Kindern und alten Menschen. Mir ist schmerzhaft bewusst geworden, welche antiliberalen Tendenzen in den herrschenden Parteien die Oberhand gewonnen haben – und dass sich die Gesellschaft derart steuern lässt. Welch unfassbarer Konformismus und Opportunismus!
Dass naturwissenschaftliche Naivität gemeingefährlich und, ohne Übertreibung, totalitaristisch werden kann, habe ich über die Jahre in der Naturheilkunde immer mal befürchtet, wenn ich mir dies oder das von Wissenschaftsautor*innen wie etwa Kathrin Zinkant zu Gemüte geführt habe. Insofern konnte ich an dieser Stelle und von solchen Fortschrittsfreund*innen nicht so recht enttäuscht werden. Enttäuscht hat mich, wie solchen Stimmen in den Redaktionen das Sprachrohr überlassen wurde. Enttäuscht haben mich Wissenschaftsredakteure wie etwa Werner Bartens, seines Zeichens Arzt, SZ-Redakteur und Autor hervorragender Bücher über die Macht des Geldes in der Medizin. Dass von solchen „Hochkarätern“ oder „klugen Köpfen“, die sonst mahnend darauf hingewiesen haben, wie Krankheiten zu Monstern aufgeblasen werden, nichts Kritisches, Nachdenkliches, Einhalt-Gebietendes gegen den Main-Stream, gegen das härteste Corona-Regime und den unsinnigsten Impfzwang kam, das hat mich in der Tat tief enttäuscht.
Ich habe, wie Sie sicher gemerkt haben, definitiv offene Rechnungen mit den Tätern des Corona-Regimes, wozu ich neben Politikern und Medienschaffenden auch solche Institutionen wie den sog. Ethikrat oder die Deutsche Krankenhausgesellschaft zähle. Handlanger des Verbrechens an der Gesellschaft. Und offene Rechnungen mit einigen „Mitläufern“, das Wort war schon immer eine wandelnde Verharmlosung. Als Mitläufer bezeichne ich NICHT jene Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer für die Corona-Impfung entschieden haben – um etwas Gutes für sich oder andere zu tun oder einfach ihre Ruhe zu haben oder feiern gehen zu können oder weil sie gezwungen wurden (etwa um ihr Studium fortsetzen zu können)! Mitläufer sind für mich Menschen und Organisationen, die es definitiv besser wussten und eigentlich hätten dagegen sein MÜSSEN, aber, wie etwa die Heilpraktiker-Verbände kein Wort der Kritik fanden, oder die sog. Sozialverbände, die erst dann (teilweise und ziemlich verhalten) gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht argumentierten, als die allgemeine Impfpflicht gescheitert war. Immerhin, wenn ich es richtig verfolgt habe, waren maßgebliche Gewerkschaften gegen eine Impfpflicht!
Apropos sozial: Im Herbst ’21 lief in „sozialen“ Netzwerken die antisoziale Aktion „Wenn Du Dich nicht bis zum … impfen lässt, bist Du für mich tot.“ Können Sie sich erinnern? Kaum zu glauben, oder? Ich habe Ex-Freunde und Noch-Verwandte, die sich daran beteiligt haben. Für die bin ich jetzt wieder lebendig … Ja, ich lebe noch, auch wenn ich für Euch tot war! Ich halte es immer noch für totalitaristisch, was ihr demokratisch genannt habt. Irrenhaus Deutschland mit unglaublich vielen Verrückten, die sich für besonders normal, weil engagiert hielten. Da gibt es nichts zu beschönigen.
Positive Psychologie heißt nicht, sich das, was beschissen war, schön zu gucken oder schnell zu vergessen, sondern den Blick immer wieder auf das zu lenken, was – sozusagen trotz allem – gut ist: Glücklicherweise, und es war leider mehr Glück als Erfolg von Aufklärung oder Widerstand, habe ich immer noch einen wunderbaren Beruf, in dem ich ausreichend „positiv“ sein und denken kann! Ich begeistere mich täglich neu für das Gute und das Potenzial der Menschen. Es ist vielleicht im Großen wie in der Psychotherapie im Kleinen: Wenn die Verhältnisse besser wären, in denen die Menschen leben, würden sich viele gesünder verhalten – meist würde dies bedeuten „weniger überangepasst“ – und glücklicher sein können.
Bleiben Sie standhaft, treten Sie für sich ein! Viel Glück wünscht Ihnen herzlich
Christoph Wagner
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Archiv: Meine eigenen Artikel auf „Rubikon“ (das Magazin bzw. die Plattform heißt heute MANOVA) und „Forum21“
Ich habe sehr früh befürchtet, dass das Corona-Thema auf ein gigantisches Impfprogramm hinausläuft. Dafür wurde ich z.T. heftig kritisiert. Manche Kollegen (Therapeuten wie Journalisten) und Bekannte, sogar Freunde haben mich einfach nicht mehr ernst genommen. Jene, die sogar noch vor der Bundestagswahl 2021 – aus der das Thema schön herausgehalten wurde – meckerten „Komm Du bitte nicht immer mit Deinem Impfzwang!“, waren wenige Wochen später, im Herbst 2021, keinesfalls kleinlaut, dass entgegen aller Versprechen doch eine Impfpflicht verabschiedet wurde, sondern nun selbst der Meinung, eine Impfpflicht sei doch „nachvollziehbar“. Was heißt denn nachvollziehbar? Bei genauem Hinsehen war daran vieles unlogisch, von Anfang an widerlegt oder bald überholt – und auch verlogen.
- Krise des Vertrauens: Eigentlich müsste die Impfpflicht schon „vom Tisch“ sein, weil alle wesentlichen mit der Impfung verbreiteten Versprechen sich als haltlos oder zumindest maßlos übertrieben erwiesen. Eine Impfpflicht lässt sich weder wissenschaftlich noch moralisch begründen. Aber die Mehrheitsgesellschaft tickt anders. (25.11.2021) (Sie können den Beitrag hier als PDF downloaden.)
- Durchbruch zur Freiheit: Impfkritiker sind, politisch gesehen, eine Minderheit, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird. Wenn wir mehr Erfolg haben wollen, benötigen wir Unterstützung aus der Mehrheitsgesellschaft – Menschen, die erkennen, dass Impfzwang ein gravierender Missbrauch ist, und die dagegen öffentlich eintreten. (13.10.2021) (Sie können den Beitrag hier als PDF downloaden.)
- Die Gemeinschaftslüge: Um die Impfquote zu steigern, haben Politiker und Journalisten die „Solidarität“ neu entdeckt. Ein verlogenes Spiel mit falschen Prämissen. Wenn die Impfung wirken würde wie versprochen, bräuchte es keine „Solidarität“. Es geht um den Zwang zur Anpassung an eine Impfkampagne, die angeblich die Freiheit zurückbringen soll. (21.08.2021) (Sie können den Beitrag hier als PDF downloaden.)
- Das Ethik-Dilemma: Mit der Devise „Jedes Menschleben zählt“ begründen Politiker die drastischen Corona-Maßnahmen. Beim genauen Hinsehen zeigt sich hinter dem absoluten Moralismus eine andere, zum Teil erschütternde Realität. Und zu vermuten ist: es läuft auf eine Dauerimpfkampagne hinaus. (26.02.2021) (Sie können den Beitrag hier als PDF downloaden.)
Last not least noch ein Beitrag aus dem Februar 2022:
- Die erzwungene Freiwilligkeit: Viele Mitmenschen fanden die Einführung der Impfpflicht auch deshalb nicht „so“ schlimm, weil sie sich längst dem lange schon herrschenden ethischen und politischen Impfzwang gebeugt hatten. Dazu mein Beitrag auf Forum21: Was „Aufklärung“ heute bedeutet. (Sie können den Beitrag hier als PDF downloaden.)

